Im Gedenken an Michael F.
Schon seit Jahren kenne ich Michael. Zuerst durch unsere Arbeit in der JVA, in der er die christliche Kontaktgruppe besucht hat. So viel hat er gehört von der Gnade Gottes und von Seiner Liebe zu ihm, dem Gescheiterten, dem Drogen- und Alkoholabhängigen, dem Gewaltverbrecher. Es schien, als ob er sich Gott zugewandt habe. Doch nach seiner Entlassung geht er wieder eigene Wege, fällt zurück in alte Gewohnheiten, kommt nicht los von Drogen und Alkohol. Doch jahrelang besteht der Kontakt. Aus dem Siegerland zieht er nach Hamburg, denkt, dass er dort auf einen guten Weg findet. Er freundet sich an mit Menschen aus einer christlichen Gemeinde. Findet eine Wohnung. Immer wieder meldet er sich bei mir. Doch er verliert seine Wohnung, lebt auf der Straße. Trotzdem ruft er immer wieder an, auch wenn die Abstände größer werden. Schließlich höre ich gar nichts mehr. Über eine Verwandte erfahre ich, dass er mitten auf St. Pauli, auf der Straße, tot aufgefunden wurde. Akuter Herzinfarkt. Ich bin so traurig. So lange kannten wir uns. So oft habe ich für ihn gebetet. Ob er sich wohl trotzdem zu Jesus bekehrt hatte? Erst im Himmel werden wir es erfahren. Lieber Michael, mögest du doch vor deinem Tod den richtigen Weg eingeschlagen haben!
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