„Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.“ (Psalm 1, 1-2)

Die Welt überschüttet uns mit Ratschlägen. Ob über Printmedien, Fernsehen oder Internet, ob durch die Eltern oder wohlwollende Freunde. Zur Seite stehen uns alle möglichen Beratungsstellen für Probleme aller Art. Psychologen raten dem seelisch Erkrankten, Stammtischrunden raten dem genervten Ehemann. Im Bundesrat beraten hochrangige Politiker, auf der Ratssitzung werden kommunale Beschlüsse gefasst. Wir schwimmen im Meer der Ratgeber. Doch was hat uns das zu sagen?

Sollen wir nun keinen Rat mehr einholen? Dürfen wir nicht mehr mit der besten Freundin beratschlagen, wie der nächste Schritt aussieht? Der Psalmist, ein erfahrener, weiser Mann, der König David, macht hier eine eindeutige Aussage. Er bezeichnet denjenigen, der von Gottlosen keinen Ratschlag annimmt, als „glücklich“ oder „selig“. Ja, aber warum denn? Bezieht sich das denn auf jede Art von Ratschlägen? Darf ich denn meinen ungläubigen Schornsteinfeger nicht mehr fragen, wie ich die Abgaswerte meiner Heizanlage senken kann? Kann ich mir keinen Rat von meinem atheistischen Hausarzt einholen, wie ich meine Cholesterinwerte am besten in den Keller zwinge? Nein, das ist hier nicht gemeint. Es geht um wichtige Entscheidungen im Leben, zu denen die Bibel etwas zu sagen hat. Um Dinge, die langfristig geistliche Folgen haben. Angenommen, ich habe ein Problem mit meiner besten Freundin. Ganz offensichtlich befindet sie sich im Unrecht. Wie eindeutig würden die meisten Menschen, die Gott nicht kennen, da entscheiden: Du bist im Recht, sie ist dran, warte, bis sie sich bei dir entschuldigt, du musst jetzt nicht den ersten Schritt tun usw. Ein Glaubensbruder oder eine Glaubensschwester würden (hoffentlich) ganz anders raten: Zur Demut, zur Sanftmut, zur Nachgiebigkeit, zur Vergebungs- und Versöhnungsbereitschaft. Wie anders sind doch die Ratschläge aus Gottes Wort, der Bibel!

Und der zweite Teil des Verses macht uns einen Gegenvorschlag zu dem „Sitzen, wo die Spötter sitzen“: Lust haben am Gesetz des HERRN und über dasselbe nachdenken (oder forschen) Tag und Nacht. Wie viel wertvoller ist es doch, sich intensiv mit Gottes Wort auseinanderzusetzen! Darüber nachzudenken und sich mit anderen Christen darüber auszutauschen! Welch einen Schatz können wir uns da erwerben, statt unsere Zeit zu vergeuden, indem wir mit den Spöttern des HERRN zusammensitzen. Das soll nun wieder nicht heißen, dass wir die Ungläubigen meiden sollen. Wir sollen ihnen ja das Evangelium bringen! Nein, es geht hier um anhaltende Zeitgestaltung. Wie wertvoll und hilfreich können unser Zeugnis und unser Reden den Ungläubigen gegenüber sein, wenn wir zuvor viel Zeit investiert haben in das Studium des Wortes Gottes. Möge Gott uns dazu Freude und Leidenschaft geben!

 

 

„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“ (Matthäus 16,24-25)

 

Viele Sektengurus und Heilsverkündiger wollen die Menschen zur Nachfolge überreden. Es geht um Selbstfindung, Selbstbefreiung, Erleben kosmischer Zustände usw. Dass sich dazu jemand selbst verleugnen soll, hören wir nicht – im Gegenteil: Es geht doch um die Stärkung des ICH, die Selbstverwirklichung. Und dazu sollen wir uns doch selbst spüren dürfen, unseren Bedürfnissen Raum geben und diese ausleben. Sich selbst kennenlernen – sich selbst entdecken.

Was Jesus hier zu seinen Jüngern und somit auch zu allen Christen sagt, ist im Gegensatz dazu ziemlich revolutionär: Wir sollen uns selbst verleugnen! Und noch ein Kreuz auf uns nehmen! Und dann sollen wir ihm nachfolgen! Das sind harte Worte, oder? Wir wollen doch gesehen werden, wir wollen doch jemand sein! Und nun Selbstverleugnung? Ein ziemlich unbeliebtes Wort. Und dann geht es noch weiter: Wir werden unser Leben verlieren, wenn wir es retten wollen? Wir sollen unser Leben um Seinetwillen verlieren und es dadurch finden? Das hört sich doch alles sehr nach Selbstkasteiung an. Ist das denn attraktiv? Wer möchte so leben?

Ja, Jesus ist anders. Und der Weg, den er uns zeigt, ist auch anders. Ein Alternativpfad sozusagen, der ziemlich schmal, aber kein Nebengleis ist. Denn als Christen sollen wir uns verabschieden von dem Wunsch, uns selbst zu leben. All das, was uns wichtig erscheint und erstrebenswert, muss sich dem Weg mit Jesus Christus unterordnen. Wollen wir das? Jesus gibt uns Verheißungen, wenn wir uns auf diesen Weg machen. Er sagt uns, so würden wir das Leben finden. Doch wie soll das gehen?

Die Antwort ist einfach und doch auch wieder nicht. Denn es geht einzig und allein um Jesus. Ihn als den Mittelpunkt unseres Lebens zu sehen. Ihm nachzufolgen. Unsere Bedürfnisse hintenan zu stellen. Uns darüber bewusst zu werden, dass wir uns vertrauensvoll in seine Hand begeben dürfen. Weil Er doch sowieso weiß, was wir brauchen. Er versorgt uns, weil er uns liebt. Wenn Er bei uns den Wunsch entdeckt, dass wir Ihm bedingungslos nachfolgen wollen, schenkt Er uns das wahre Leben und mehr noch: die Fülle. Wenn wir auch Schwierigkeiten und Nachteile um Seinetwillen für uns in Kauf nehmen, wird er uns Besseres dafür geben: Echtes und lebenswertes Leben. Denn Er selbst hat auch ein Kreuz auf Sich genommen. Das Ihm sogar das Leben kostete. Für uns alle.

 

 

"Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir. Und rettete mich aus allen meinen Ängsten. Die auf ihn blicken, werden strahlen." (Psalm 34, 5-6)

              

Wie schön, zu wissen, dass wir Antwort bekommen! Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wie oft rufen wir´: Um Hilfe, um Beistand, damit uns jemand zuhört, damit sich jemand um uns kümmert. Aber oft bekommen wir keine Antwort. Unser Ruf verhallt. Wir bleiben enttäuscht und leer zurück.

Und nun sagt David, der sehr viel mit Gott erlebt hat, dass er gerufen hat und Antwort bekam. Allein das ist doch schon erfreulich! Wer es nicht glaubt, möge es ausprobieren: Gott lässt sich finden. Das sagt er uns Menschen in seinem Wort zu. Und nicht nur das. Er rettet sogar aus allen Ängsten! Auch das hat David erfahren.

Unter wie vielen Ängsten leiden wir Menschen! Angst vor dem Versagen, vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Angst vor Krieg, vor Krankheiten. Und da soll es jemanden geben, der uns aus unseren Ängsten rettet? Wenn der große Gott, der Schöpfer des ganzen Universums, uns das zusagt, dann dürfen wir das glauben. Und ebenso testen. Gott kann frei machen von Ängsten, auch von Sorgen. Er schenkt uns Frieden, Zuversicht, Geborgenheit und Ruhe. Ängste dürfen uns nicht mehr zusetzen und unser Leben bestimmen.

Und noch etwas sagt er uns zu: Wenn wir auf ihn blicken, werden wir strahlen! Wie das denn? Wenn ich doch voller Angst bin! Doch - für Gott ist nichts unmöglich. Aus dem Suchenden, Ängstlichen kann er eine Menschen machen, der vor Glück strahlt. Aber dieses Strahlen hat keinen irdischen, materiellen Grund. Wie vergänglich ist doch solche Freude! Wie schnell vorbei! Die Freude, die Gott uns schenkt, ist ewig. Das heißt jetzt nicht, dass wir niemals wieder traurig werden oder ohne Probleme durchs Leben geben. Nein, aber Gott schenkt ein dauerhaftes Glück, eine Zufriedenheit, die anhält.

Bitte nehmen Sie Gott beim Wort und lassen sich auf ihn und seine Versprechungen ein. Es wäre schön, an diesen Erfahrungen teilhaben zu dürfen.

Ich wünsche Ihnen Gottes Sege.

 

 

 

 

"Wer von euch kann dadurch, dass er sich sorgt, seiner Lebenslänge eine Elle hinzufügen? ... Euer Vater weiß aber, dass ihr dessen bedürft." (Lukas 12, 25.30)

             

Wie gut sind wir doch alle abgesichert. Alle Risiken sind bedacht. Hohe Versicherungsbeiträge belasten Jahr für Jahr unser Konto. "Ist auch alles abgedeckt und bedacht?", so fragen wir uns sicherlich des Öfteren. Allen eintretenden Eventualitäten des Lebens treten wir gewappnet gegenüber. Und doch rauben uns die Sorgen oft den Schlaf. Nicht alles kann man absichern. Was ist, wenn ...? So gibt es viele Dinge, die für uns im Ungewissen bleiben. Und oft machen uns die Sorgen krank.

Was sagt Lukas? Wir können unser Leben durch das Sorgen nicht verlängern? Ja, warum denn nicht? Wir sind doch weitestgehend abgesichert. Eben nicht. Denn alles liegt in Gottes Hand. Wir können das für uns bestimmte Schicksal nicht wenden, und seien wir auch noch so gut darauf vorbereitet. Weil Gott bestimmt, wie unser Leben verläuft. Weil er den Zeitpunkt wählt, an dem dies oder jenes in unserem Leben passiert. Das können wir unmöglich beeinflussen, und seien wir auch noch so pfiffig und vorausschauend. Doch hier müssen wir nicht resigniert stehenbleiben. Denn es gibt eine froh machende Zusage: "Euer Vater weiß aber, dass ihr dessen bedürft." Ja, Gott weiß Bescheid! Er weiß genau, was wir täglich brauchen. Er kennt all unsere Sorgen, Gedanken und Pläne. Nichts ist ihm verborgen. Alles liegt offen vor ihm. Wir können nichts vor ihm verheimlichen. Und das ist unsere Chance. Wir dürfen alle Sorgen, alle Ängste, Nöte, Probleme ihm anvertrauen. Wir dürfen ihm alles sagen. Weil bei ihm alle Fäden zusammenlaufen. Weil nur er in der Lage ist, Schlimmes abzuwenden und uns Kraft beim Tragen von Nöten gibt. Er weiß schon im Voraus, was wir brauchen. Es ist ihm doch sonnenklar, dass wir essen, wohnen, uns kleiden - also versorgt sein - müssen. Wie schön, wenn man in diesem Vertrauen den Tag beschließt und einen neuen Tag beginnen kann. Wir müssen uns nicht sorgen. Wir können getrost sein. Bei ihm ist alles in bester Hand. Dieses Vertrauen und diese Zuversicht wünsche ich Ihnen auch.

 

 

 

„Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes, und verdrehte Reden seien fern von dir!“ (Sprüche 4, 24) 

Das Wort „Notlüge“ ist uns ein Begriff. Oder „Halbwahrheit“. Kennen wir das auch, wenn man sich ein bisschen wichtig machen möchte oder Bestimmtes besonders betonen will: Wir übertreiben. Da haben wir die Oma schon tausendmal angerufen, aber sie ist nicht ans Telefon gegangen (haben wir uns nicht so sehr bemüht und sind so richtig teilnahmsvoll?). Oder den Gang, den wir heute Morgen vom Schnee freigeschippt haben, war mindestens 100 m lang (sind wir nicht fleißig?). Der Sperrmüll, den wir allein zur Straße schleppen mussten, hat sicherlich 5 Tonnen gewogen (seht mal, was ich alles tun muss – und keiner hilft mir!). Und auf die alte Schwester, die ich zum Arzt gefahren habe, musste ich stundenlang warten (seht mal, welch ein Opfer ich auf mich nehme!). Erkennen wir uns wieder?

Übertreibungen sind auch Lügen. Notlügen und Halbwahrheiten auch. All das, was die Wahrheit verdreht, ist eben nicht wahr! „Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes“ – könnte das auch für uns gelten? In anderen Bibelübersetzungen finden wir zu diesem Vers auch noch andere Übersetzungen: … lass das Lästermaul ferne von dir sein“ oder „lass keine Verleumdung oder Täuschung über deine Lippen kommen.“ Wir merken, hier geht es um Wahrhaftigkeit. Sind wir wirklich wahrhaftig? Reden wir die Wahrheit?

Eine Falschheit des Mundes ist auch das Lästern. Gerade eben noch freundlich, tuscheln wir über die betreffende Person (die gerade das Zimmer verlässt) und diskutieren das neueste Gerücht. Ist das wahrhaftig?

Gott möchte uns hier dazu anhalten, all das, was unseren Mund verlässt, neu zu überdenken. Und nicht nur neu. Sondern immer wieder. Ehrt unser Reden die Person, um die es gerade geht? Oder verunglimpft es sie? Stellen wir Inhalte so dar, wie sie wirklich sind, oder wollen wir uns bewusst zum Mittelpunkt machen, indem wir mal hier, mal da ein wenig übertreiben oder Dinge ausschmücken?

Lassen Sie uns wieder zur Wahrheit zurückkehren. Zur Ehrlichkeit. Zu schlichten Fakten. Gott helfe uns dabei.